KLEINERER SPIEGEL MIT TLV-MOTIVEN
KLEINERER SPIEGEL MIT TLV-MOTIVEN
Discovery Auktion - 12. Mai 2012
Code: DA512-034
Bronze
China
im Stil der Östlichen Han-Zeit
Durchmesser 11,8 cm
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Kreisrunde Form mit breitem Rand, kugeliger Ösenmugel, von vierblättrigem Blattmotiv sowie quadratischer Rahmenleiste umgeben. Es schließen T-Formen, kleine Warzen sowie Spiralen an. Danach eine Bordüre mit Schriftzeichen und V-Formen. Weiters radiale Strahlen sowie auf dem verstärkten Rand eng gereihte gezackte. Die Patina ist reliefseits wenig ausgebildet (was jedoch immer wieder vorkommen kann), stärker auf der Spiegelseite. Dort ist der Spiegeleffekt (aufgrund des Zink-Silbergehaltes) klar gegeben, was für die zeitliche Authentizität spricht.
Die in den Nr. 34 bis 42 beschriebenen Spiegel aus China stammen aus einer alten deutschen Sammlung, die zwischen den beiden Kriegen aus dem Berliner Antiquitätenhandel erworben wurde. Der Altersunterschied dieser Spiegel ist sehr bedeutend. Das früheste Beispiel hat ein Alter von über 2000 Jahren, zwei jüngere dagegen sind vermutlich aus dem vorvorigen Jahrhundert. Was ist aber ein „bronzener Spiegel“? Obwohl sich der jeweilige Stil der Gestaltung - abhängig von der Epoche - sehr unterscheiden kann, ist doch durchgehend eine Bindung an eine bestimmte Grundform gegeben, noch mehr aber an den traditionellen Sinn und Zweck. Dabei erhebt sich die Frage, was denn „gespiegelt“ werden konnte? Das hing natürlich von der Legierung ab, wie weit diese zusammen mit einer Politur auf der glatten Seite eine Spiegelung erlaubte. Für den Kunstliebhaber ist jedoch nur die dekorativ ausgeführte Seite von Belang - und die kann ergiebig sein. Jede der Epochen, in der Spiegel hergestellt wurden, hat ihre eigenen Präferenzen und Ausdrucksweisen. Generell aber dienten im alten China Spiegel vielfach der Geisterabwehr und in diesem Zusammenhang wurden sie in die Gräber eingebracht. Denn Geister waren gegenüber Spiegelreflexen äußerst furchtsam. Später - ab der Zeit nach Tang - nimmt diese Bedeutung ab, Bronzespiegel wurden seltener und viel mehr Stücke für den Bewunderer des Antiken, für die Schicht der kunstsinnigen „Literati“.




