DER SENNIN TEKKAI

DER SENNIN TEKKAI

Netsuke von Meistern - Ausstellung 1989

Code: Ne89-005

Netsuke, Elfenbein

Japan

18. Jh.

Höhe 7,4 cm

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Ein Heiliger aus der Reihe der chinesisch-daoistischen Unsterblichen, der sogenannten Baxian, in deren Achtergruppe er Li Tieguai genannt wird. Seine Merkmale sind der (eiserne) Krückstock, die Kürbisflasche (die hier nicht wiedergegeben wird) und das Ausse­hen eines Bettlers. Tieguai (jap. Tekkai) war ursprünglich kein Bettler, er hatte nur immer wieder das Bedürfnis, sich in himmlische Gefilde zu dem Philosophen Laozi (früher Lao-tzu) zu begeben, um sich mit diesem zu unterhalten. Dazu verließ er seinen Körper und entschwebte, seine irdi­sche Hülle blieb dann wie tot zurück. Als er einmal allzulange ausblieb, glaubte sein Gehilfe, er sei wirklich gestorben und verbrannte sie. Aber Tekkai kam und wußte jetzt nicht, wo er hinein­fahren sollte. Zufällig entdeckte er einen lahmen Bettler ... Das Netsuke stellt den Tekkai wie üb­lich stehend dar, barfüßig, mit etwas dürftigem Gewand und den bekannten Yomogi-Blättern der Einsiedler. Hier hat er auch einen löchrigen Strohhut, so wie er von der Sotoba Komachi (Nr. 70) bekannt ist. Sein Kopf blickt gegen das Firmament, womöglich verspürt er heftigen Drang nach einem Schwatz mit dem Laozi weit oben. Das Netsuke ist skulptural gut geschnitten, bewegte Kleidung, wehender Bart und ausdrucksvolle Mimik des Tekkai. In INCS Vol. 9/4 ist das Stück auf Seite 33 abgebildet und dort als „Holy Man" bezeichnet.

Experte: Wolfmar Zacken