GYOKKEI: STEINHEBER

GYOKKEI: STEINHEBER

Netsuke, Shin Hanga und Sosaku Hanga - Ausstellung 2009

Code: HSN509-012

Netsuke, Holz

Japan

19.Jh.

Höhe 3,4 cm

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So wie der Nieser (Nr. 46) war auch der „Steinheber“ einer, der sich als „Straßenkünstler“ produzierte, heute würde er in den Fußgeherzonen der Städte tätig sein und seinen kleinen Obulus einstreichen. In Japan sind diese Tätigkeiten einst mafios organisiert gewesen und wurden teils von Blinden ausgeführt. Der Blinde, so auch der Steinheber hier, wird Mojin genannt, das Steinheben selbst Chikara-ishi, worin Ishi der Stein ist und Chikara die „Kraft“. Dieses kleine Netsuke-Skulptur ist ein Musterbeispiel an künstlerisch bestens beherrschter Darstellung der Anatomie, der Schnitt ist geradezu virtuos sicher, darüber hinaus der Verlebendigung des dargestellten Wesens und weiters der Dichte, die für ein funktionales Netsuke unabdingbar ist! Köstlich die Gesichtszüge, der Blinde (ein „totes“ Auge in Elfenbein eingelegt) ist guten Mutes, das Gewicht ihm sichtlich eine Kleinigkeit. Im Stein befinden sich bodenseits die großen Himotoshi, die Signatur Gyoku-kei (kontrahiert zu Gyokkei) dagegen im Lendenschurz. Diese Signatur kann man direkt zur Nr. 46 von Hokei vergleichen: Ein anderes „kei“ zwar, aber die selbe Art des Einlegens und Schreibens und auch sonst ist die gleiche Schulrichtung evident! Schöne dunkel-kaffeebraune Färbung des Holzes und ausgezeichnete Politur!

Experte: Wolfmar Zacken

Anm.: Ein anderer Steinheber in Nr. 36

Allgem. Anmerkung: Himotoshi sind die wichtigen Schnurlöcher in einem Netsuke. Sind in der Beschreibung keine angeführt, so handelt es sich um „natürliche“, etwa zwischen Beinen, Armen oder bestimmten Arrangements hindurch.