KRANICH UND MINOGAME IN EINEM HAIN

KRANICH UND MINOGAME IN EINEM HAIN

Netsuke von Meistern - Ausstellung 1989

Code: Ne89-018

Netsuke, Umoregi

Japan

Frühes 19. Jh.

Breite 7 cm

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Man weiß, daß die Netsuke-Künstler in den ver­schiedensten Materialien arbeiteten, in diesem Beispiel findet sich die seltene Variante eines Umoregi, eines fossilen Holzes, auch Sumpfholz genannt (wörtlich „begrabenes Holz"). Dieses Material war offensichtlich interessant, da auch der Begriff des Umoregi Saiku, der kunsthand­werklichen Arbeit aus versteinertem Holz, gängig ist. Das Netsuke ist großzügig gemacht und knotig, die Form stellt einen felsigen Mugel dar, der von großblättrigen Bäumen bestanden ist. Teilweise sind die Stämme vollplastisch, ansonsten in Reliefarbeit, so wie auch die beiden Tiere. Das eine ist ein gerade landender Tancho, der Rothaubenkranich, ein in Japan von alters her überaus respektvoll behandeltes Tier und ein in der Kunst prominentes Sinnbild für Langes Le­ben. Das zweite Tier scheint für eine Schildkröte geradezu wieselartig schnell unterwegs zu sein und ist genau eine Minogame, eine „Regenmantelschildkröte", weil sie wegen ihres hohen Alters hinter sich einen Bewuchs wie einen japanischen Grasmantel herzieht. So ist sie ebenfalls eine Metapher für hohes Alter. Genau geschnittene Einzelheiten, sehr schöne tiefe rotbraune Fär­bung. Die Basisseite ist mit Wellendekor und einer Raute mit Blütensymbol darin geschmückt. Dieses ist das sogenannte Mokko Mon, ein in Japan sehr beliebt gewesenes Wappenmotiv. Rie­siger Himotoshi-Gang.

Experte: Wolfmar Zacken