MINKO + KAKIHAN: KUH UND KALB

MINKO + KAKIHAN: KUH UND KALB

Netsuke von Meistern - Ausstellung 1989

Code: Ne89-011

Netsuke, Holz

Japan

Um 1800 bis frühes 19. Jh.

Breite 4 cm

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Man kennt das klassische Netsuke-Rind vorwiegend aus der Kyoto­Schule, wo es sehr realistisch gemacht wurde und gerne beschaulich daliegt. Ganz anders die­ses Netsuke von Minko, einem bedeutenden Meister der Schule von Tsu, von den Fürsten von Tsu als Schnitzmeister bestellt. Als solcher arbeitete er keinesfalls nur Netsuke sondern jede Menge anderer Gegenstände des anspruchsvollsten kunsthandwerklichen Bereichs. Nach UR starb er 1816 im Alter von 82 Jahren. Minko (vgl. auch 50) bildete eine große Schule heraus, so-daß sich natürlich nicht so leicht zu dieser Nachfolgegruppe unterscheiden läßt. Typisch für Minko sind u.a. die mit Metall eingelegten Augen. Auch diese beiden Tiere besitzen Messingau­gen, in die zusätzlich noch mit schwarzem Material die Pupillen eingesetzt wurden. Nun zurück zu dem, was diese Rinderdarstellung von vielen anderen beträchtlich unterscheidet. Sie ist in schwarzem Ebenholz gemacht, ein nicht einfach zu bearbeitendes Material (vgl. den Shoki in 125). Ungewöhnlich lebensvoll und zugleich sehr geschlossen gearbeitet ist die Komposition. Das Kalb ist schon recht gut gewachsen, die Mutter schleckt mit ihrer langen Zunge an seinem hinteren Körper, die Köpfe wenden sich zusammen, damit entsteht eine harmonische kreisförmi­ge Stellung. Alle wegstehenden Einzelheiten, wie Hörner, Ohren und Schweife, sind zwar deut­lich ausgebildet aber so geformt, daß kaum eine Gefahr des Abbrechens oder Hängenbleibens bestehen kann. Sehr gute Ausführung aller kleinen Details, ob der Schnitzer die Haarstruktur im Fell ein wenig fein einzeichnete oder ob es nur die geschickt genützte natürliche Maserung ist, läßt sich kaum entscheiden. Betrachtenswert ist auch die Unterseite. Erstens sieht man, daß es anatomisch eine echte Kuh ist, zweitens ist die Stellung aller Beine mit dem sich dazwischen durchschlängelnden Schweif eine meisterliche Arbeit. Diese Komposition ist fast bei jedem Ne­tsuke so gut gemacht, als hätten die Künstler die Rinder auf Glasplatten gelegt und von unten ge­nau studiert. Der Schnurgang (Himotoshi) ergibt sich durch eine Öffnung zwischen einem Bein der Kuh, die Signatur befindet sich auf einem ihrer Schenkel unterseits.

Experte: Wolfmar Zacken