TOMOAKI: DER ERDBEBENFISCH

TOMOAKI: DER ERDBEBENFISCH

Netsuke, Okimono und Inro - Ausstellung 2005

Code: NEF-030

Netsuke, Elfenbein

Japan

Fr. bis Mitte 19. Jh.

Höhe 3,8 cm

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Tomoaki, um die Mitte des 19. Jh., hatte den Familiennamen Inagawa und stammte aus der Schule von Tomochika in Edo/Tokyo. Die vorliegende Arbeit aus Elfenbein zeigt, daß sie recht kraftvoll und sehr gut in sich geschlossen ausgeführt ist, also eher früheres 19. Jh. bis 1. Hälfte. Der Erdbebenfisch wird Jishin-uo genannt (oder Namazu, "Wels"). Im alten Japan dachte man, daß Erdbeben von einem riesigen Namazu ausgelöst werden, der unter der japanischen Insel liegt. Die Shinto-Gottheit Kadori hat immer wieder versucht, den Fisch mittels eines Hyotan (Flaschenkürbis) zu besänftigen. In Japan ein Synonym für "nutzloses Bemühen" oder gar "Trachten nach Unmöglichem", bündig "Hyotan Namazu" genannt. Das Netsuke stellt ein Männchen dar, das auf dem Namazu hockt und ihm den Hyotan auf den Kopf drückt. Der starrt unbeeindruckt nach oben. Da das dargestellte Männchen nicht Kadori Myojin ist, sondern ein Normalsterblicher, könnte man es auch so interpretieren, daß er "gescheiter sein will als der Shinto-Gott". Gute Patina, auf der Unterseite die Himotoshi sowie die Signatur in welliger Reserve.

Experte: Wolfmar Zacken

Lit.: The Meinertzhagen Card Index of Netsuke, Seite 884.