PFERD (MA)
PFERD (MA)
Antike asiatische Kunst - Auktion Mai 2003
Code: AS18-031
Terrakotta
China
Han-Dynastie (206 vor - 220 nach)
LÄNGE 50,2 CM
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Stilistisch charaktervoller Pferdekörper ohne Beine, diese waren aus Holz eingesetzt und sind verkommen. Es ist nicht hinlänglich geklärt, warum man diese aus Holz gemacht hat (siehe Anm.). Die Stellen, wo diese Beine angebracht waren, sind genau erhalten geblieben. Sehr schön geformt ist der Schwung im gesamten Körper, ab der hinteren Partie bis zur Brust und dem Ende des Halses. Zu dieser gewissen weichen, geschmeidigen Linie bildet der Kopf einen Gegensatz, er ist eher eckig und zeigt eine markante Eigenart. Dieses mehr Kantige wird bereits mit dem Ende der Mähne, das spitzförmig aufsteigt, eingeleitet. Ähnlich dem zu Abstraktion neigenden “Hanbadao”-Stil (siehe in Nr. 2) ist auch hier mit einfach und ganz glatt hervorgeschnittenen Flächen, die sich gegenüber runder modellierten scharf abgrenzen, vorgegangen. Den Charakter des Kopfes prägen vor allem die eigentümlich lanzettförmig-kantigen Flächen über den gemalten Augen, die betonten und geschwungen stark hochgezogenen Wangen sowie der - ebenfalls stark geschwungene - Verlauf des Unterkiefers, der weiters den Eindruck eines richtigen daranhängenden “Bartes” vermittelt. Die Reste der Bemalung auf der großen Satteldecke lassen von der einstigen Wirkung noch einiges erahnen. Sie war in leuchtendem Zinnoberrot auf Weiß ausgeführt, die Konturen in Schwarzgrau verstärkt. Schwarzgrau war auch die Mähne. Auch auf Kopf und Brust finden sich noch so manche Details der Zaumzeug-Bemalung. Interessante originale Erhaltenheit eines über 2000 Jahre alten Fundes.
Anm.: An den pfostenförmigen Kriegern aus dem Jingdi-Areal (4. Han-Kaiser) sind beispielsweise auch die Arme (und nur diese!) aus Holz und mit beweglichen Gelenken ausgeführt gewesen, angeblich um beim Aufstellen der Gruppen mehr Bewegtheit gestalten zu können.



