VERY RARE MASSIVE AMPHORA

VERY RARE MASSIVE AMPHORA

Fascination of Ancient Epochs China - Exhibition 2004

Code: FJ4V-002

Pottery

China

5. until 4. Century BC

HEIGHT 65,5 cm.

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Das Auffälligste an diesem Ping genannten, extrem seltenen Gefäß ist seine Größe! Weiters, daß es ohne Henkeln ist, wie die Vergleichsbeispiele, vor allem vom Bampo-Typus, sie in der Regel haben. Prinzipiell gibt es aber den henkellosen Typus, er ist zumindest von den Funden aus Miaodigou bei Sanmenxia bekannt. Wahrscheinlich hat man aufgrund der Größe des Gefäßes auf sie verzichtet. Dieses hier vorliegende Ping ist sichtlich zusammengesetzt, es wurde in zumindest zwei, vielleicht sogar drei Abschnitten gearbeitet. Man könnte sich sogar vorstellen, daß vom Besteller des Gefäßes eine zusätzliche Erhöhung gewünscht wurde. Vielleicht darum auch die etwas unregelmäßig verlaufende Form. Ist die Form dieser Wassergefäße sonst meist spindelförmig-symmetrisch, so zeigt sich hier eine deutlich stärkere Wölbung des Gefäßleibes im oberen Bereich sowie eine ganz leichte Einschnürung (oder zumindest eine sichtliche Minderung der Weitung) im mittleren Bereich. Das hat aber auch den entschiedenen Vorteil, daß man dieses große und (wenn es gefüllt war) sicher schwere Gefäß sehr gut mit einem Arm umfassen und an seine Seite zu pressen vermochte. Das Gefäß lag dabei schräg mit dem Ausguß in die Höhe gerichtet. Vergleichsweise wäre das bei den spindelförmigen nicht so bequem möglich.

Formal sehr typisch sind die leicht trichterförmige Gefäßöffnung, die kurzhalsig ist, aber eine in der Höhe betont breit ausgeführte Lippe trägt, sowie das konisch spitz auslaufende Ende. Man steckte diese Gefäße nämlich einfach in den sandigen Lößboden. So zeigt auch das untere Ende deutlich Abnützungen. Der "Dekor" besteht in der unteren Gefäßhälfte fast nur aus den Spuren der Arbeit, die bei der Herstellung hinterlassen wurden. Im gewölbten oberen Abschnitt sind jedoch schräge Linien dicht (und nicht durchgehend, sondern immer wieder abgesetzt) und vermutlich mit einer Art Kamm in den Ton eingeschnitten. Die oberste Reihe dieses Musters ist sogar einen Hauch stärker ausgeführt, sodaß zur anschließenden glatten Zone des Halses eine gewisse Akzentuierung entsteht. Auf einer Seite des Gefäßes befindet sich aufgrund der Lagerung eine größere Zone mit schwärzlicher Verwitterung. Es gibt keine eindeutigen Spuren, daß dieses Gefäß nach dem Auffinden zusammengesetzt werden mußte, das kann aber keinesfalls ausgeschlossen werden. Der Jetzt-Zustand ist ausgezeichnet.

Expert: Wolfmar Zacken

Anm.: Dieses Gefäß wurde im TL-Verfahren gemessen und sein Alter festgestellt. Das Zertifikat Nr. VHTL-P-763 des Instituts für Konservierungswissenschaft der Universität für angewandte Kunst in Wien bestätigt die oben genannte Zeit.

In KUNSTSCHÄTZE AUS CHINA, Zürich 1980, auf Seite 7 ist eine Darstellung mit den Entwicklungsstufen der Spitzamphoren (mit und ohne Henkel) publiziert. Weitere Beispiele in A JOURNEY INTO CHINA´S ANTIQUITY, Band 1, Nr. 34 (H 46, gefunden in Baoji, Shaanxi) sowie in XIAN, LEGACIES OF ANCIENT CHINESE CIVILIZATION, Beijing 1992, auf Seite 29. SOTHEBY´S NEW YORK, Auktionskatalog März 2003, bietet in Nr. 30 ein ähnliches, ebenso henkelloses Beispiel (H 85). CH/WZ-106, CH-216/1, CH-346