© Galerie Zacke
Katalognummer: HOK1009-031
Hiro Nampo (1801 - 1833)
Tusche und Farben auf Papier
Japan
19. JH.
BLATTGRÖßE 24,7 x 18,5 CM
Bildkunst

FLIEGENDER EICHELHÄHER. Eine Malerei, derartig präzis gezeichnet, daß sie die Schärfe und Wirkung eines Farbholzschnittes hat. Der Eichelhäher, im Japanischen „Kakesu“, ist so sehr in den Vordergrund gestellt, daß er wie vor unserer Nasenspitze flattert und uns sein schönes Gefieder darbietet, nicht nur für eine halbe Sekunde, sondern festgehalten. Die Genauigkeit, mit welcher der Maler vorgegangen ist, erscheint erstaunlich. Nichts ist in ihr steif, schwerfällig geworden, die kleineren Federn im Brustbereich oder am Rücken sind flaumig und zeigen größte Sicherheit im Duktus. Der Vogel hätte, so wie hier wiedergegeben, eine Spannweite von 38 cm, das Blatt hat aber eine Höhe von nur gut 24 cm. Wir sehen den blauäugigen Kopf und den ganzen rechten Flügel und einen Teil des linken. Die großen Federn im Flügel bestimmen die hauptsächliche Wirkung im Bild. Ausgezeichneter Schwung mit sehr guten Kontrasten, exakte Qualität der Ausführung in allen Einzelheiten. Der lateinische Name des Kakesu ist Garrulus glandarius, es heißt, daß dieser über ganz Japan verbreitete Vogel die Stimmen anderer Vögel und sogar von Katzen nachahmen soll. Das unten genannte Museum bezeichnet den Künstler als „Oda Nampo, ca. 1840“ und vermerkt, daß er bei Toyohiko lernte und sich danach dem Nanga des 18. und 19. Jh. zugewandt hat. Betreffend Bujinga (Literatenmalerei) siehe auch in der Nr. 32 von Baigai. Die Signatur links unten in zwei Reihen in Sosho-Schrift ist rechts nicht zu identifizieren und lautet links „NAN-PO“, das große rote Siegel gleichfalls „Nanpo“. Diese Malerei ist aus den ehem. Slg. von Felix Tikotin (Genf) und E. Biedermann in Bern.

Expertise:
Wolfmar Zacken

Ausgestellt und publiziert: Im Musée d’Ixelles in Brüssel 1981, im Katalog „Aquarelles et dessin japonais ...“ ist sie die Nr. 90.