© Galerie Zacke
Katalognummer: HOK1009-033
Shin ..(Oder Nobu ..)
Schwarze Tusche und Farbe auf Papier
Japan
19. JH.
BILDGRÖßE 26,6 x 35,2 CM
Bildkunst

KATZE UND SCHMETTERLINGE. Der Künstler, der uns leider nicht bekannt ist, hat hier eine heitere und lebendige Malerei von einem kätzischen Wesen und zwei flatternden Insekten abgeliefert. Der eine, vordere Schmetterling sieht aus wie ein Mensch, der sich verkleidet, mit Flügeln ausgerüstet und insgesamt verkleinert sich in die Lüfte erhoben hat. Der andere Schmetterling ist zart, luftig, sehr gekonnt hingesetzt. Die Katze bietet ein typisches Verhalten. Ihrem Raubtierinstinkt paßt es gar nicht, daß hier irgendetwas nach Belieben und frei sich vor ihrer Nase herumtanzend bewegt. Andererseits könnte sie schon alt genug sein, um genau abzuwägen, ob es wirklich wert wäre, hier einen jägerischen Sprung zu veranstalten. Nur zusehen ist bequemer, vielleicht ein kurzer scharfer Prankenhieb, um dem Getier die Lage klarzumachen. Die Katze ist schattiert und ihr Fell sehr locker und belebt gezeichnet. Man beachte ihre vorderen Pranken sowie die großen, scharf fixierenden Augen. Hier vermag man auch die große Lust der japanischen Künstler zu erkennen, einen Tiger zu malen, der ja - obwohl ein wichtiges, auch im Zodiakus befindliches Tier - in Japan unbekannt war, also wandte man sich vielfach an die Hauskatzen und vergrößerte sie einfach. So bietet diese Katze (Neko) durchaus lustige Ansätze zu einem etwas einem richtigen Tiger ähnlichen Aussehen. In der alten Zeit sind Katzen in Japan rar und hoch bezahlt gewesen. Ins Land gekommen sind sie aus China oder Korea. Die erste historische Aufzeichnung ist aus dem 9. Jh., da eine schwarze Katze dem Kaiser Koko überreicht wurde. Während der Heian-Zeit (bis 12. Jh.) war sie das Lieblingstier des Adels. Katzen tötete man nicht, da man Angst vor ihrer Rache hatte. Außerdem vermochten sie sich zu gefährlichen Monstern zu verwandeln, die man „Bakeneko“ nannte. Bekannt ist auch die „winkende Katze“, Manekineko genannt, die auch einen Zusammenhang mit der Welt der Kurtisanen hat. Eine silberne Katze ist in unserer Katalognr. 7 erwähnt. Das hier gemalte Tierchen zeigt die für japanische Katzen typische Zeichnung, nämlich kurzhaarig und hell, aber mit braunen und schwarzen Flecken. Die Signatur links oben ist nur im ersten Zeichen (Shin oder Nobu) einwandfrei zu lesen, das zweite zu sehr abgekürzt. Darunter ein rot gemaltes Schriftzeichen, möglicherweise „saku“ („hat es gemacht“). Diese Malerei ist aus der ehem. Slg. S. Bing, danach Javal, F. Tikotin (Genf) und zuletzt E. Biedermann (Bern).

Expertise:
Wolfmar Zacken