© Galerie Zacke
Katalognummer: HOK1009-014
Katsushika Hokusai (1760 - 1849)
Tusche auf Papier
Japan
19. JH.
BLATTGRÖßE CA. 16,6 x 22,5 CM
Bildkunst

ALTER MANN IN KNIEENDER POSE. Diese Zeichnung, mit Pinsel und verdünnter Tusche ausgeführt, ohne eine Schattierung oder Füllung von Fläche, gibt einen älteren oder alten Mann wieder. Eine gewisse, doch unverkennbare Ähnlichkeit ist zum „Bettler“ (Nr. 23) vorhanden, aber man vermag durchaus auch einen gewissen „Hokusai’schen“ Wesenszug zu entnehmen. Der Mann ist bloßfüßig, er trägt keine Waraji, das Kleid ist lang und faltenreich, aufgrund der weiten langen Ärmel erinnert es mehr an chinesische Eigenheit. Der Kopf ist kantig mit stark hervortretenden Backenknochen und fliehender Stirn, der Schädel ist bedeckt von einer runden, mehr tuchartig der Wölbung anliegenden Haube. Das Haar fließt bis auf die Schultern. Eine Hand ist erhoben, die andere geht in die Gegenrichtung. Ganz rechts könnte aus dem Gürtelbereich ein daran hängendes Sagemono hervorschauen, aber das ist vage. Diese Zeichnung ist sehr spontan gemacht, aber doch recht präzise, vor allem das Gesicht strahlt besondere Lebensnähe aus. Sie ist ausgeschnitten und alt aufgezogen. In „Verve“, vol. VII, Nr. 27/28 (Paris 1953, Seite 51) ist diese Darstellung abgebildet, dort als „Selbstbildnis von Hokusai“ bezeichnet. Bemerkenswert ist ein Vergleich zu einem solchen von Hokusai im Alter von 83 Jahren, diese 1842 entstandene Zeichnung befand sich in einem Brief an seinen Verleger und ist u.a. in Forrer „Hokusai“ auf Seite 366 abgebildet. Es ist die gleiche Haltung des Körpers sowie der Hände gegeben, auch der Winkel zum Betrachter ist ident. Nur der Kopf wendet sich nach vorne und ist im Ausdruck anders, nämlich lachend. Außerdem ist er unbedeckt und bietet den weitgehend kahlen Kopf. Auch hier ist die verwandtschaftliche Nähe zum Kopf der vorliegenden Darstellung erkennbar. Provenienz: Aus den Sammlungen Samuel Bing (Paris), von Felix Tikotin (Schweiz) 1960 erworben, danach E. Biedermann (Bern).

Expertise:
Wolfmar Zacken

Ausgestellt und publiziert: „Verve“, vol. VII, Nr. 27/28 (Paris 1953, Seite 51).