© Galerie Zacke
Katalognummer: HOK1009-021
Katsushika Hokusai (1760 - 1849)
Schwarze Tusche auf Papier
Japan
19. JH.
BLATTGRÖßE 42 x 28 CM
Bildkunst

MANDARINENTEN UND FARNE. Die Mandarinenten werden in Japan „Oshidori“ genannt, sie sind so bedeutend, daß es sogar ein eigenes Schriftzeichen* für das männliche sowie weibliche Tier gibt, wie beim Kirin oder Phönix. Sie sind ein beliebtes Sinnbild für eheliches Glück bzw. harmonievolles Zusammenleben. In China gibt es einen lustig sich anhörenden Spruch dazu, „Fu fu he he“. „Fu fu“ ist Vater und Mutter, das eine „He“ bedeutet Harmonie, das andere „vereinigen“. In Wirklichkeit sollen die Oshidori aber jährlich ihren Partner wechseln. Die seltsame Idealisierung ist auf einige literarische Werke zurückzuführen, die in China und auch Japan entstanden sind. Diese Brautenten, wie sie auch genannt werden, sehen bekanntlich - Männchen-Weibchen - sehr unterschiedlich aus, die weiblichen Tiere sind benachteiligt, was das glorreiche Repräsentative anbegeht. Die männlichen Oshidori sind nämlich stets gekleidet als würden sie den Opernball aufsuchen. Dieses Männchen befindet sich in den Vordergrund gestellt, man merkt ihm sogleich an, daß es sich seiner unvergleichlichen Schönheit vollauf bewußt ist. Die künstlerische Ausführung ist realistisch, der einzelne Strich satt und kräftig, und obwohl keinerlei Schattierung ausgeführt ist, ist die Wirkung sehr körperhaft. Das machen vor allem der Federballen in Schulterhöhe, der einer Epaulette gleicht und auf den der Vogel seinen Schnabel gebettet hat, und die Füße mit den Schwimmhäuten. Hokusai hat sie stark plastisch sowie greifbar nahe in den Raum gestellt, präziser gesagt - sie bewirken erst eine richtige raumbetonte Vorstellung. Die Gefährtin des Würdevollen hat ihren Kopf (der schattiert ist) erhoben und den Schnabel gespreizt, die Zahnleisten sind sichtbar. Darüber einige Farnblätter und ein paar Grashalme. Provenienz R. Sawers, London * Einzeln sind die Zeichen „En“ (männliches Tier) und „O“ (weibliches) zu lesen; zusammen „Oshidori“.

Expertise:
Wolfmar Zacken