© Galerie Zacke
Katalognummer: DA316-050
ANTIKES JAPANISCHES FÄCHERBILD AUS DER TOSA-SCHULE
Papier, polychrome Malerei auf Goldgrund
Japan
ca 17. Jh.
Maß 49,5 X 18 CM

Szenen aus dem Kaiserpalast (Genji monogatari?), gemalt von einem unbekannten Maler der Tosa-Schule, ca. 17. Jahrhundert. Die im 15. Jahrhundert zur Zeit der Muromachi-Periode gegründetet Tosa-Schule (土佐派 Tosa-ha) war eine der Aristokratie verpflichtete und deren Lebensstil huldigende Malrichtung, die sich auf die Techniken und Themen der alten Yamato-e-Malerei berief. Ihr Malduktus mit seinen von feinen Linien umgrenzten opaken Farbflächen war einfach und verständlich, die Zeichnung detailliert und präzise, die Farbgebung reich und brillant mit der Bevorzugung von Goldgrund. Metallic-Pigmente verliehen den zumeist kleinformatigen Zeichnungen auf Papier und Seide den Glanz von Preziosen. Die anmutige Freundlichkeit der Bilder traf genau den Nerv der Angehörigen des Hofes und der adligen Klientel, die als Auftraggeber der Tosa-Maler in Frage kamen. Bildträger der häufig von klassischen Szenen der Literatur, im besonderen von den Genji monogatari inspirierten Malereien waren Fächer, Rollbilder (Kakejiku) und Geschichten erzählende Bilderrollen (e-maki), ferner Türen und Wände in den Palastbauten des Hochadels oder den Abtresidenzen reicher Klöster und Tempel. Ab dem 18. Jahrhundert bereicherten auch Kacho-e (Blumen und Vogel-Bilder) und andere der chinesischen Malerei entlehnte Themen die Palette der Tosa-Meister.

Expertise:
Wolfmar Zacken

Aus einer alten New Yorker Sammlung (deutscher Kriegsflüchtlinge), die im Feber 1995 von der Galerie Zacke in einer eigenen Ausstellung angeboten wurde.

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