© Galerie Zacke
Katalognummer: DA316-259
UNBEKANNTER MEISTER DES 18. JH.
Original-Farbholzschnitt
Japan
Edition: Ca. 1770/80er-Jahre
Hanshibon, ca. 23,7 x 17,2 cm

Das Blatt illustriert wahrscheinlich eine Szene aus den Ise monogatari, die von einem Gedicht im oberen Wolkenband kommentiert wird. Die Nummerierung der Serie folgt dem Iroha-Silbenalphabet, in diesem Falle ri (り). Die höfisch gewandete Dame auf der Terrasse eines palastähnlichen Hauses beobachtet den Flug eines japanischen Kuckucks (Hototogisu). Seine kurzen, von unserem Kuckuck völlig verschiedenen Rufe beklagen in Japan der Legende nach das allzu rasche Vergehen des Frühlings und die Vergänglichkeit des Seins. Die Stimme des dunkelgefiederten und melancholischen Vogels wird in Japan als schmerzlich empfunden, sie erweckt Traurigkeit, Kummer und Sehnsucht. Wenn der Herbst anbricht, weint der Kuckuck: „Aus seinem roten, klagenden Munde fließt Blut, das die Fluren, Gräser, Blüten und Bäume rot färbt.“

Expertise:
Wolfmar Zacken

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