© Galerie Zacke
© Galerie Zacke
© Galerie Zacke
© Galerie Zacke
© Galerie Zacke
© Galerie Zacke
BERTOLT BRECHT (1898-1956) – REGIESTUHL AUS BERLINER THEATER, 1928
Katalognummer: PE1118-035
Holz, Leinen, Eisenscharniere, Fransen
Deutschland um 1928

Dieser auf den ersten Blick unauffällige Klappstuhl ist ein interessantes Stück Zeit-, Theater- wie auch Designgeschichte. Er gehörte einst dem Theaterrevolutionär Bertold Brecht und diente ihm als Regiestuhl. Ursprünglich war er Teil des Inventars des Theaters am Schiffbauerdamm in Berlin, wo Bertolt Brecht im August 1928 erstmalig die ‚Dreigroschenoper‘ inszenierte. Brecht bekam den Stuhl später persönlich geschenkt.

Das Gestell ist aus Holzstäben, die mit Leinenbahnen bespannt sind, gefertigt. Seitlich, unterhalb der Armlehnen, ist jeweils eine Fransenborte angebracht.

Bertolt Brecht war ein bedeutender deutscher Dramatiker und Lyriker. 1898 in Augsburg, Bayern, geboren, zeigte sich seine kritische Haltung zu Autorität bereits früh. Im Jahr 1915, während des Ersten Weltkrieges, wurde er fast von der Schule verwiesen, weil ein Aufsatz als kriegsgegnerisch eingestuft wurde. Kurz vor Kriegsende er als Militärkrankenwärter in ein Augsburger Reservelazarett einberufen. Nach dem Krieg fand Brecht Erfolg als Bühnenautor in München und erhielt den Kleist-Preis für seine ersten drei Werke. 1924 zog er nach Berlin und seine marxistische Gesinnung begann sein Werk mehr und mehr durchzudringen. Ab 1927 war Brecht an den Piscator-Bühnen tätig; Erwin Piscator schuf mit Brecht das epische Theater, welches von Brecht perfektioniert wurde und ihm zu großen Erfolg verhalf. Im selben Jahr arbeitete er auch mit Kurt Weill, mit dem er die Dreigroschenoper und Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny schrieb, zum ersten Mal zusammen. Brecht verließ Nazi-Deutschland kurz nachdem Hitler 1933 die Macht übernahm und lebte zuerst in Skandinavien und später in den Vereinigten Staaten. Im Exil brachte er seine Opposition zum Nationalsozialismus und Faschismus mit einigen seiner bekanntesten Stücke, darunter Mutter Courage und ihre Kinder sowie Der gute Mensch von Sezuan, auf die Bühne. Während der Roten Angst (engl. Red Scare) wurde er in Hollywood schwarzgelistet und vom House Un-American Activities Committee (Komitee für unamerikanische Umtriebe) vernommen. Nach seiner umstrittenen Aussage kehrte Brecht nach Europa zurück und lebte in Zürich für ein Jahr bevor er sich in Ost-Berlin niederließ. Er gründete eine neue Theaterkompanie, das Berliner Ensemble, konzentrierte sich auf Regiearbeit und das Entwickeln neuer Talente und schuf einige seiner berühmtesten Gedichte. Bertolt Brecht starb an einem Herzinfarkt am 14. August 1956, im Alter von 58 Jahren.

Maße: der Stuhl ist 79 cm hoch und 57 cm breit
Zustand: originaler Zustand mit altersbedingten Gebrauchspuren, Leinen fleckig und mit einigen Löchern
Provenienz: Barbara Brecht-Schall (Tochter von Bertolt Brecht), Schweizer Privatsammlung

Nachverkauf:  verkauft/sold

-