© Galerie Zacke
Catalog Number: HOK1009-039-3
Shibata Zeshin (1807 - 1891)
Painting in colors on paper
Japan
19th century
29,3 x 41,3 CM
Visual Art

EINE SCHWALBE über einer sich auftürmenden Welle. Hier ist natürlich an Hokusai erinnert, an seine berühmt gewordenen "Großen Woge", Zeshin hat von dieser gewußt, er deutet das auch an, gleiche Richtung, ähnlicher Wellenbogen, dann diese bizarren, weiß schäumenden Finger, die wie zittrig ins Leere greifen, überpurzelnd unter sich begraben. Sogar die Schwalbe (Tsubame) scheint ein wenig beeindruckt und zieht in die Höhe. Die räumliche Wirkung ist stark gegeben, da der schwarze Vogel direkt vor uns ist, die graue Woge dagegen der Weite angehört.

Expertise:
Wolfmar Zacken

Die relativ großformatigen Bilder sind zusammengehörig, sind einst auf einer Makimono-Bildrolle montiert gewesen, wurden von Zeshin jedoch einzeln gemalt. Eine dieser Malereien hat er voll signiert, datiert und gesiegelt. Dieses Blatt ist als letztes besprochen. Ein weiteres Blatt (Nr. 39-4) ist in dem großen Buch „The uninhibited brush“ von Hillier abgebildet. Zeshin hat seine Lehrzeit bei Koma Kansai II begonnen, einem bedeutenden Lackmeister, wechselte danach zu Malern der Shijo-Schule in Kyoto (Nanrei und Toyohiko). 1841 bewirkte er erstmals Aufsehen aufgrund einer aufregend wirkungsvollen Darstellung eines weiblichen Dämonen. Ansonsten aber bevorzugte er eher poetisch-naturidyllische Thematik, wie auch in der vorliegenden Reihe zu sehen ist. Da die Blätter keine Nummerierung aufweisen, ist die Abfolge beliebig. Die Höhe der Papiere ist gleich, die Breiten dagegen variieren teils beträchtlich. Betreffend Zeshin siehe auch im Vorwort. Der Künstler erhielt für die Wiener Weltausstellung 1873 den Auftrag, ein großes Lackbildnis mit dem Motiv des Fujisan zu malen.