© Galerie Zacke
Catalog Number: HOK1009-039-12
Shibata Zeshin (1807 - 1891)
Painting in colors on paper
Japan
19th century
29,3 x 54,8 CM
Visual Art

KLEINER VOGEL. (Das signierte Blatt) In der Bildmitte ragt ein grünes Gras mit Ähren und Grannen schräg in die Höhe, naturhaft frisch hingesetzt. Rechts davon ein Vogel, graue Brust, leicht gelblich, der Kopf gestreift, etwas längerer Schwanz. Die fragilen Beine malte Zeshin gleich einem Icecrack-Muster. Das Tier blickt in Richtung der fettesten Ähre oder - wenn man es so will - zur Signatur. Diese verkündet in der rechten Säule (von oben) zuerst „Genji“, eine Periode um 1864. Das erste Zeichen (Gen) wiederholt sich sodann, weil es auch den „Beginn“ bedeutet, das erste Jahr einer Periode. Danach ist das Zyklusjahr angeführt („Kinoe“, 1. Kalenderzeichen plus Ratte), das nochmals 1864 verkündet. Zuletzt der siebente Monat. Links befindet sich die Signatur ZE-SHIN in für den Künstler charakteristischer Schreibweise, darunter ein rotes ovales Siegel. Die Zeichen „Ze“ und „Shin“ bedeuten übrigens „Gerechtigkeit“ und „Wahrhaftigkeit“.

Expertise:
Wolfmar Zacken

Die relativ großformatigen Bilder sind zusammengehörig, sind einst auf einer Makimono-Bildrolle montiert gewesen, wurden von Zeshin jedoch einzeln gemalt. Eine dieser Malereien hat er voll signiert, datiert und gesiegelt. Dieses Blatt ist als letztes besprochen. Ein weiteres Blatt (Nr. 39-4) ist in dem großen Buch „The uninhibited brush“ von Hillier abgebildet. Zeshin hat seine Lehrzeit bei Koma Kansai II begonnen, einem bedeutenden Lackmeister, wechselte danach zu Malern der Shijo-Schule in Kyoto (Nanrei und Toyohiko). 1841 bewirkte er erstmals Aufsehen aufgrund einer aufregend wirkungsvollen Darstellung eines weiblichen Dämonen. Ansonsten aber bevorzugte er eher poetisch-naturidyllische Thematik, wie auch in der vorliegenden Reihe zu sehen ist. Da die Blätter keine Nummerierung aufweisen, ist die Abfolge beliebig. Die Höhe der Papiere ist gleich, die Breiten dagegen variieren teils beträchtlich. Betreffend Zeshin siehe auch im Vorwort. Der Künstler erhielt für die Wiener Weltausstellung 1873 den Auftrag, ein großes Lackbildnis mit dem Motiv des Fujisan zu malen.