© Galerie Zacke
Catalog Number: HOK1009-039-4
Shibata Zeshin (1807 - 1891)
Painting in colors on paper
Japan
19th century
29,2 x 48,4 CM
Visual Art

WISTERIA. Auf diesem bei Hillier abgebildeten Blatt malte Zeshin mit bewunderswert sicherem, zugleich freiem Schwung das graue Geäst, das leicht diagonal von oben in den Bildraum hängt und an Zweigen Blattwerk trägt. Jedes Blatt nur ein einziger breiter, spitz auslaufender Pinselstrich, darüber ein schwarzer mittlings in die Fläche gesetzt. Die für die Wisteria (japan. Fuji bzw. Nodafuji) so bezeichnende hängende Blütenrispe ist lichtblau, leicht und luftig, wie im Winde sanft schwingend, hingesetzt. Die Blüten, deren Form Schmetterlingen ähnelt, erscheinen im April und duften sehr, die „Blütencluster“ können sogar bis zu 90 cm lang werden. Das Schriftzeichen „Fuji“ ist ein eigenes, hat nichts mit dem Berg zu tun. Abgebildet und publiziert: In dem Buch „The uninhibited brush - Japanese Art in the Shijo style“ von Jack Hillier, London 1974, auf Seite 351.

Expertise:
Wolfmar Zacken

Die relativ großformatigen Bilder sind zusammengehörig, sind einst auf einer Makimono-Bildrolle montiert gewesen, wurden von Zeshin jedoch einzeln gemalt. Eine dieser Malereien hat er voll signiert, datiert und gesiegelt. Dieses Blatt ist als letztes besprochen. Ein weiteres Blatt (Nr. 39-4) ist in dem großen Buch „The uninhibited brush“ von Hillier abgebildet. Zeshin hat seine Lehrzeit bei Koma Kansai II begonnen, einem bedeutenden Lackmeister, wechselte danach zu Malern der Shijo-Schule in Kyoto (Nanrei und Toyohiko). 1841 bewirkte er erstmals Aufsehen aufgrund einer aufregend wirkungsvollen Darstellung eines weiblichen Dämonen. Ansonsten aber bevorzugte er eher poetisch-naturidyllische Thematik, wie auch in der vorliegenden Reihe zu sehen ist. Da die Blätter keine Nummerierung aufweisen, ist die Abfolge beliebig. Die Höhe der Papiere ist gleich, die Breiten dagegen variieren teils beträchtlich. Betreffend Zeshin siehe auch im Vorwort. Der Künstler erhielt für die Wiener Weltausstellung 1873 den Auftrag, ein großes Lackbildnis mit dem Motiv des Fujisan zu malen.