© Galerie Zacke
Catalog Number: HOK1009-035
Kawanabe Kyosai (1831 - 1889)
Ink on paper
Japan
19th century
SIZE 20,6 x 17,3 CM UND 24,2 x 16,3 CM
Visual Art

ZWEI MÄNNER IN EINER TÜRÖFFNUNG. Dieser Künstler ist im Vorsatz zu den Nrn. 1 - 11 unter „aus der Sammlung“ an erster Stelle genannt. Kyosai hatte direkte Beziehungen zu Hokusai und aus dessen Nachlaß diese Blätter erworben. Er, der aus einem Samurai-Geschlecht war, wird auch „der zweite Hokusai“ genannt, obwohl er bei Utagawa Kuniyoshi (bereits ab seinem 7. Lebensjahr) und danach bei Kano-Malern gelernt hat. Die humoresken Zeichnungen des Mönchsmalers Toba Sojo aus dem 12. Jh. sollen ihn nachhaltig beeindruckt haben. Kyosai (mitunter auch Gyosai geschrieben), dessen eigentlicher Name Kawanabe Nobuyuki ist und der äußerst produktiv war, hat auch an der Weltausstellung in Wien 1873 teilgenommen. Die Skizze, eine Alltagsstudie, erweist den routinierten Zeichner. Die Türöffnung, in der zwei Männer sich begrüßen oder debattieren, ist nur mit einigen genauen grauen Strichen und mit Hilfe eines Lineals angedeutet. Beide Personen tragen Kimono, der vorne Stehende einen Kosode sowie einen Haori. Die zweite Person ist zur Hälfte durch eine Wand (möglicherweise eine Schiebetüre) verdeckt. Sie spricht und weist mit einer erhobenen Hand gestikulierend zu der anderen, die leicht zu ihr hingebeugt ist, etwa so, als würde sie erstaunt sein, daß das Gegenüber solches behauptet oder möchte. Sie hält auch einen Gegenstand zu ihm hin, er sieht aus wie ein Zettel, natürlich könnte es sein, daß es eine Rechnung ist. Vielleicht der Hausherr, der die Miete kassieren will. Interessant ist, daß Kyosai aufgrund von mehreren Strichvarianten so eine Art „filmische Bewegung“ verfaßt hat, zuerst ist der vordere Mann nämlich weit mehr aufrecht gestanden und auch mehr „drinnen“, danach hat er sich nach vor gebeugt und vielleicht einen kleinen Schritt zur Seite getan. Auch die Hand des Gegenübers bewegt sich in der Art, das Gesagte energisch zu verdeutlichen. Die Frage ist, ob an der Haori tragenden äußeren Gestalt ein Sagemono angedeutet ist, auch ob möglicherweise versucht wurde, ein Schwert (ein Wakizashi) mit zwei knappen Strichen anzudeuten. Diese Zeichnung ist aus der ehem. Slg. Riddell, 1961 wurde sie von F. Tikotin (Genf) erworben, danach von E. Biedermann, Bern.

Expertise:
Wolfmar Zacken