© Galerie Zacke
Catalog Number: HOK1009-018
Katsushika Hokusai (1760 - 1849)
Black ink and color on paper
Japan
19th century
SIZE (ALTOGETHER) 27,5 x 40 CM
Visual Art

SAKE-GENIESSER, SCHWATZENDE, EIN BESEN etc. Diese Komposition mit einer bekannten und ausgezeichnet gemachten Skizze darauf, bringt mehrere Darstellungen, insgesamt vier, worunter zwei zusammengehörig sind - die Saketrinker. Großartig lebensvoll beobachtet ist der Mann, der den Sake, dieses berauschende japanische Nationalgetränk, ausgetrunken hat. Er beugt sich aus seinem Sitzen, möglicherweise in einer Schenke, weit vor, um sich der Bedienung bemerkbar zu machen, dabei kehrt er die kleine Sake-Schale, die Sakazuki, halb nach unten, um die fatale Leere auch von Ferne gut erkennbar zu machen. Diese Figur ist mit einfachen, aber ausdrucksvoll geführten Strichen unglaublich gut lebendig gemacht. Der Mann hat seinen Sake (und noch einige mehr) selbstverständlich bekommen. In einer Simultanszene bietet der Künstler uns den finalen Anblick und mehr als das - die Volltrunkenheit und das leidige Sich-übergeben-Müssen, das „große Kotzen“ volksnah gesagt. Der zuvor lüsterne Sake-Begehrer ist jetzt über eine große Schale gebeugt, hat seinen Mund weit offen und macht ein übel verzerrtes Gesicht, der Kopf ist auf einen Arm gestützt. Vor dem Armseligen befindet sich die Sake-Schale sowie ein gefaltetes Papier (ein Origami), möglicherweise ein Schmetterling, denn die wurden nämlich als Origami an Sake-Flaschen befestigt. Die untere linke Skizze zeigt uns zwei Männer bei einem Schwätzchen. Der eine ist mehr schwarz gekleidet, der andere hell. Da sie zusammen eine Art Kreis bilden, ist diese Darstellung einem Yin-Yang angenähert. Dieser chinesische Begriff würde im Japanischen In-Yo heißen, man nennt ihn aber zumeist das Omyodo. Neben diesen beiden - eine separate Malerei - befinden sich Ahornblätter (Kaede*) sowie Pilze am Boden, weiters ein großes, aus Reisig gebildetes längliches Gefäß, eine Art Korb, mit einer ganzen Anzahl von Pilzen. Entweder wurde dieser Korb, der aber nicht geflochten ist, zumindest zeigt sich nichts davon (oder nur geringfügig, denn irgendwas muß ihn doch zusammmenhalten), über der Schulter getragen oder hintnachgezogen. Unglaublich treffsicher sind - obwohl ganz locker-frei hingesetzt - die Striche gefertigt, die dieses Gefäß erscheinen lassen. Es ist leicht rötlich aquarelliert, so wie auch die Pilzhüte und ein Ahornblatt, eines ist noch ganz grün, ein weiteres grün-rot. Provenienz R. Sawers, London * Auch Momiji genannt, ca. 100 Arten in Japan, die herbstliche Verfärbung in Kunst und Literatur (Dichtkunst) ein beliebtes Thema.

Expertise:
Wolfmar Zacken