© Galerie Zacke
Catalog Number: HOK1009-032
Totoki Baigai (1733 - 1804)
Black ink on paper
Japan
19th century
SIZE 27 x 18 CM
Visual Art

EIN GENIESSER VON SAKE. Ein amüsantes Blatt, gezeichnet mit burlesker Versiertheit! Ein sitzender Mann, die Füße derart verstaut, wie das bekannte „Stehaufmännchen“ des Daruma, wie der Okiagari Koboshi. Der Mann hält ein Glas in der Hand, vor ihm am Boden befinden sich Sake-Flasche und Eßstäbchen. Die Jause ist also verdrückt, der Sake rinnt köstlich hinab, das Versinken in tiefweiche Zufriedenheit steht im Gesicht - oder doch nicht ganz? Denn ein wenig verzieht er seinen Mund, aber das kann ja auch ganz was andres sein, ein Erinnerungssplitter vom Vortag, von vorgestern ... Links neben der Darstellung befindet sich die gewandt kalligraphische, groß geschriebene Signatur. Baigai stammte aus Osaka und war tätig in Kyoto und Edo, u.a. als Gelehrter, später ging er auch nach Nagasaki. Seine bekannteste Arbeit ist eine Landschaft im Nationalmuseum von Tokyo. Baigai ist nur einer seiner Künstlernamen, jedoch der geläufigste. Baigai, dessen Vorname man mit „10 Uhr“ übersetzen könnte, wird zu den Nanga-Malern des 18. und 19. Jh. gerechnet, einer relativ weitläufigen Gruppe, die sich nach chinesischen Vorbildern aus dem Kreis der Literati-Maler orientierte. „Nanga“ ist (verkürzt) nach dem chinesischen „Nanzonghua“, einer recht unzutreffenden Bezeichnung, da es nur „Südliche Malerei“ (in der chines. Bezeichnung „Malschule“) bedeutet. Ein anderer, treffenderer Name ist „Bunjinga“, „Bunjin“ ist der Literat. Die Ausrichtung nach der chinesischen Literati-Kunst und Tradition bedingte auch weitgehend die Thematik - Landschaft, Vögel und Blumen etc., Gedichte wurden gerne hinzugefügt. Stilistisch ist Baigai durchaus von Yosa Buson animiert, neben Ike no Taiga (mit dem er ebenso Kontakt hatte) einer der bedeutendsten Bujin-Maler und auch bekannt als einer der führenden Haiku-Dichter Japans. Diese Malerei ist links signiert BAI-GAI ga. Diese Malerei ist aus den ehem. Slg. von Felix Tikotin (Genf) und E. Biedermann in Bern.

Expertise:
Wolfmar Zacken

Ausgestellt und publiziert: Im Musée d’Ixelles in Brüssel 1981, im Katalog „Aquarelles et dessin japonais ...“ als Nr. 90. Im Katalog von Jack Hillier (Ausstellungen in New York, St. Louis und Portland, USA 1980) die Nr. 29.