© Galerie Zacke
Catalog Number: HOK1009-038
Shibata Zeshin (1807 - 1891)
Lacquer paintin and gold
Japan
19th century
SIZE 16,5 x 18,3 CM
Visual Art

MEHRERE MÄUSE ODER RATTEN. Zeshin ist einer der wichtigsten Künstler Japans im 19. Jh. (mehr über ihn in Nr. 39). Seine Vielseitigkeit, stets auf einer über-geordneten Qualitätsebene, ist phänomenal gewesen. Er war Maler, Lackkünstler, hat Inro, Tonkotsu und Netsuke gemacht, auch Holzschnitte. Aus allen diesen Bereichen finden sich Spitzenstücke, vor allem aber immer wieder ungewöhnliche Einfälle, perfekt und stets mit Eleganz gelöst. Erst zwischen 1870 und 1890 begann er, sogenannte Urushi-e zu malen, das sind „Lackbilder“ (das „E“ nach dem Binde-strich bedeutet Bild oder Malerei). In dem fast quadratischen Blatt ordnet Zeshin seine Tierchen in zwei Ebenen an, die eine horizontal im Vordergrund, die andere diagonal und schneidet perspektivisch in den Raum, knickt allerdings um 90°, ein cleverer Kniff. Die Reihe dieser weiß erscheinenden Mäuse ist brav, sie schnuppern sich vorsichtig vorwärts. Die Tiere im Vordergrund sind ein ausgewachsenes und zwei kleine. Zeshin erlaubt sich den feinen Witz, die Mäuse an seiner Signatur kiefeln zu lassen. Das erste der mit rotem Lack geschriebenen Zeichen ist weitgehend überdeckt, das zweite als das „Shin“ zu lesen. Der Pinselstrich ist von erstaunlich hoher Sicherheit, die Mäuse bestehen nahezu nur aus kreisförmigen Rundungen, deren Verlauf makellos erscheint. Schattierung nur an ein paar ausgesuchten Stellen. Das Lackgold ist horizontal dünn über das ganze Blatt gestrichen, spart die Mäuse aber aus. Die Nezumi (Maus oder Ratte, siehe auch in Nr. 4 von Hokusai und wie sehr anders der von diesem Künstler geführte Strich ist!) hat in Japan eine andere Stellung als vergleichsweise in Europa, weil sie das Symboltier der Reichtumsgottheit Daikoku ist, volkstümlich als einer der Sieben Glücksgötter, weiters im Tierkreis an Stelle 1 liegt und dort kurz „Ne“ genannt wird. Die frühere Überzeugung erscheint sehr stimmig - wo Nezumi sind, ist viel Reis und somit auch der gewisse Wohlstand. Diese Zeichnung ist aus der ehem. Slg. von Barry Davies, London.

Expertise:
Wolfmar Zacken